Neuapostolische Kirche

Neuapostolische Kirche

Eine Kirche mit einem besonderen Verständnis des Apostelamtes

Die Neuapostolische Kirche ist eine christliche Kirche, die sich auf die Bibel, die altkirchlichen Bekenntnisse und ein besonderes Verständnis des Apostelamtes gründet. Sie gehört historisch nicht zu den Kirchen der Antike und auch nicht zu den klassischen Kirchen der Reformation. Ihre Geschichte beginnt vielmehr im Umfeld der apostolischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts.

Das entscheidende Merkmal ist ihr Verständnis: Das von Jesus Christus gestiftete Apostelamt ist auch in der Gegenwart in der Kirche wirksam.

Woher kommt die Neuapostolische Kirche?

Im 19. Jahrhundert entstanden in England und später auch auf dem europäischen Kontinent verschiedene Bewegungen, die eine Erneuerung des apostolischen Amtes erwarteten. Aus diesen Bewegungen entwickelte sich die katholisch-apostolische Bewegung. Nach inneren Konflikten entstanden verschiedene apostolische Gemeinschaften. Aus diesen Entwicklungen ging schließlich die Neuapostolische Kirche hervor.

Das heutige neuapostolische Selbstverständnis wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts weiterentwickelt. Die Kirche versteht sich heute ausdrücklich als Teil der Kirche Jesu Christi und nicht als eine völlig vom übrigen Christentum getrennte Religion.

Was ist ein Apostel?

Hier liegt der wichtigste Unterschied zu den anderen drei Konfessionen.

Evangelische, katholische und orthodoxe Kirchen verwenden den Begriff „Apostel“ in der Regel vor allem für die von Jesus gesandten Apostel des Neuen Testaments. Die Neuapostolische Kirche unterscheidet dagegen zwischen den Aposteln der Urkirche und dem heute fortbestehenden Apostelamt. Nach ihrer Lehre hat Jesus Christus das Apostelamt seiner Kirche gegeben.

Die Apostel haben insbesondere den Auftrag, das Evangelium zu verkündigen, die Kirche zu leiten und die Sakramente zu spenden.

Warum gibt es neben Aposteln weitere Ämter?

Das neuapostolische Amtsverständnis leitet die weiteren kirchlichen Ämter aus dem Apostelamt ab. Das bedeutet: Das Apostelamt steht nicht einfach neben den anderen Ämtern, sondern bildet nach neuapostolischem Verständnis den Ursprung des geistlichen Amtes.

Die Entwicklung wird mit der Apostelgeschichte begründet. Dort werden beispielsweise die sieben Männer erwähnt, die durch Handauflegung für ihren Dienst eingesetzt wurden und traditionell als erste Diakone bezeichnet werden.

Was glaubt die Neuapostolische Kirche?

Die Neuapostolische Kirche bekennt sich zum:

  • dreieinigen Gott
  • Vater, Sohn und Heiligen Geist
  • Tod und Auferstehung Jesu Christi
  • Wirken des Heiligen Geistes
  • ewigen Leben
  • Reich Gottes
  • Wiederkommen Jesu Christi

Ihre ersten drei Glaubensartikel orientieren sich eng an den altkirchlichen Glaubensbekenntnissen. Die weiteren Artikel beschreiben die spezifisch neuapostolischen Lehren über Apostelamt, Sakramente, Kirche und die letzten Dinge.

Warum sind die ökumenischen Konzilien auch für Neuapostolische wichtig?

Das ist ein Punkt, den man leicht übersieht. Die Neuapostolische Kirche versteht ihre Lehre nicht als komplette Neuschöpfung. Ihr Katechismus greift ausdrücklich auf:

  • die Heilige Schrift
  • die ökumenischen Konzilien des 4. bis 7. Jahrhunderts
  • die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse

zurück.

Darauf aufbauend beschreibt er die später entstandenen spezifisch neuapostolischen Lehren. Damit steht die Neuapostolische Kirche in grundlegenden christologischen Fragen auf dem Boden der alten kirchlichen Bekenntnisse.

Die drei Sakramente

Die Neuapostolische Kirche kennt drei Sakramente:

Heilige Wassertaufe

Sie ist die Aufnahme in die Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Heilige Versiegelung

Sie wird durch einen Apostel gespendet. Nach neuapostolischem Verständnis wird dabei die Gabe des Heiligen Geistes vermittelt. Taufe und Versiegelung bilden zusammen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist.

Heiliges Abendmahl

Es wird in der Regel in jedem Gottesdienst gefeiert. Es dient der Gemeinschaft mit Christus und der Gemeinde.

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